Mandy will Elefanten

4. Tag – Jaipur

Sind in Jaipur angekommen. Machen uns auf den Weg zum reservierten (und bezahlten) Hotel. “Need and clean. Cheap and best. 200 percent. Trust me.” Es liegt direkt am 24h Busbahnhof an der Hauptverkehrsstrasse, ausserhalb der Stadt. Wir koennen unser eigenes Wort kaum verstehen. Mandy telefoniert mit Delhi und will diskutieren. Aber dort will man nichts fuer uns tun. Wir suchen uns ein anderes Hotel. Das Geld ist futsch. Wir sind sauer.

Wollen am Abend noch etwas umherlaufen, kapitulieren aber nach kurzer Zeit. Der Verkehr ist hoellisch und kein Weg zum Laufen. Dazu dieses Dauerhupen. Mir platzt der Kopf, moechte jemandem vom Moped stossen. Mandy hat kaum noch Stimme wegen der schlechten Luft. Ich kaufe eine Flasche Rum gegen die Kopfschmerzen.

ich – “Rum”.

Verkaeufer – “Wiskey.”

ich – “No. Rum!”

V. (wuehlt gedankenlos in Kiste, hebt Flasche) – “Wiskey?!”

ich -  “Rum?!?”

V. – “Ah Wodka.(geht zum Regal und holt eine Flasche Wodka)

ich – (kopfschuettelnd) “No.”

V. wendet sich ab. Ich zeige auf eine Flasche mit einem verdaechtig bunten Etikett. Er bringt sie unglaeubig. Ich lese vor: “Finest Caribean Rum”!!!

5. Tag – Jaipur

Wollen erstamal fruehstuecken und dann eine Standrundfahrt machen. Am Nachbartisch treff ich Sylvie aus Dresden. Denke mir die Welt ist klein, Sylvie denkt an Fruehstueck. Wir bestellen Kaffee, bekommen gesuesstes Wasser. Der Kellner beteuert das sei Kaffee.

Wir fahren los. Das Chaos und der Muell regieren die Stadt. Unser Fahrer kennt die bessten Laeden zum Shoppen “cheap and best”. Das kennen wir. Wir wollen nichts kaufen. Er entgegenet, die Touristen beschweren sich, dass zu wenig Zeit zum Shoppen bleibt. Wir ignorieren ihn. Ich will Fotos machen. Mandy will Elefanten.

Der Typ kennt noch einen Astrologon, den wir uns unbedingt anhoeren muessten. Wir wollen nicht. Verzweifelt gibt er uns an seinen Bruder-Cousin ab, weil “etwas mit seiner Rikscha nicht stimmt”. Der Bursche hat sich ne geile Anlage einbauen lassen. Meine Kopfschmerzen haemmern, die Leute sehen uns an. Das Hupen ist fast nicht mehr zu hoeren. Er kennt dafuer nch mehr tolle guenstige Laeden. Kennen wir. Ich will lieber Fotos machen. Aber alles ist so verdreckt…Muell und Abfaelle auf der Strasse – Schweine, Kuehe und Ziegen suhlen sich darin. Ueberall hocken Leute und kacken in die Gegend. Es stinkt. Ich ueberlege, die Kamera ist fast neu. Zu lange – das Motiv ist weg. Mandy will Elefanten. Wir suchen einen Elefanten. Es ist heiss und stickig, das Dauergehupe nervt gewaltig. Ich fotografiere einen Elefanten. Wir haben Durst. Fahren quer durch die Stadt fuer einen Lassie. Unser Geld ist alle. Schon wieder. Lassen uns zum Hotel bringen. Sind genervt und durstig. Ich ueberlege, ob mir Indien nicht gefaellt.

Am Abend laufen wir zu einer Burg ueber der Stadt. Die Aussicht ist herrlich – nur Touristen und Ruhe. Wir sind gluecklich. Bemerken dass etwa falsch laeuft. Ich bestelle einen Tee. Tee gibt es nicht. Einen Lassie. Lassi gibt es auch nicht. Was es denn gibt?! Bier und Cola. Ich trinke ein Bier, Mandy eine Cola. Wir sind gluecklich.

~ von goindia - 19. März 2007.

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