Lesen einstellen, Licht aus.
7. Tag – Fatepur Sikri & Fahrt nach Varanasi
Das Fiber ist weg. Wir machen eine Tour. Essen verschieben wir auf spaeter, ich traue dem Koerper nicht. Der Busfahrer glaubt durch 90 min Dauerhupen etwas gegen die schlechten Strassenverhaeltnisse machen zu koennen. Es klappt nicht. Uns platzt dafuer der Kopf, weil die Hupe im Bus ist. Wir haben Hunger.
Entschliessen uns am Abend am Bahnhof zu essen. Dort gibt es nichts. Kein Restaurant, keine Fressstaende. Ich vermute der einzige Bahnhof Indiens. Wir sind eine Stunde zu frueh. Das macht aber nichts, denn der Zug hat eine Stunde Verspaetung. Wir warten…
Im Zug hatten wir viele Freunde. Keiner sprach englisch. Ich versuche noch etwas zu lesen. Bemerke gegenueber einen Typen, der ein paar Mal seine Haende faltet. Ich ueberlege ob ich ein Abendgebet sprechen sollte. Ah ich verstehe: Lesen einstellen, Licht aus. Jawohl.
Der Zug rollt so dahin, stoppt und staendig springen Leute rein und raus. Wir liegen direkt am Ausgang. Ich entschliesse mich noch nicht zu schlafen und stattdessen einen Blick aufs Gepaeck zu werfen. Ich trinke noch einen Bescher Rum fuer den schwaechelnden Koerper und behalte das Geschehen im Auge.
Gegen halb 2 Uhr ist es ruhig. Alles schlaeft. Ein Handy bimmelt seit etwa 20 min aber niemand gheht ran. Ich hoffe auf die Qualitaet tailaendischer Akkus, schliesse die Augen und versuche zu schlafen. Kurz nach 3 Uhr bricht Hektik aus. Die Neonlichter gehen an und der halbe Zug ist auf den Beinen. Zwischenstopp. Kurz nach 4 Uhr ist es wieder ruhig. Es ist leer geworden. Ein Kerl versucht mir mit ein paar Brocken Englisch Infos ueber das deutsche Hockeyteam und deutsche Eliteunis „wie Oxford oder Cambridge in Amerika“ zu entlocken. Ich fuehle mich ueberfordert, loesche das Licht und schliesse die Augen.
Das Licht geht an. Ein anderer Typ wil lieber Zeitung lesen. Ich schaue auf die Uhr – Sonntag frueh 5 Uhr. Dann ist der Kerl wieder verschwunden. Das Licht ist noch an und der Schalter fuer mich nicht erreichbar. Entschliesse mich heute nicht mehr zu schlafen. Mein Magen knurrt.

Hi Mandy, du wolltest doch schon eine Weile abnehmen… das dürfte dir zweifellos in diesem Urlaub gelingen, oder!? Wenngleich es sich nicht gerade nach einem Traumurlaub anhört, scheint ihr doch das Beste daraus zu machen, was besonders daran zu erkennen ist, dass ihr anwesende Ratten anscheinend mit Missachtung straft, indem ihr behauptet, es läge an Christian’s Fieberwahn – Gratulation!!! Wir sind gespannt, ob es nach eurer Rückkehr nicht doch heißt: Ach, es war schon ein spannender, toller Urlaub mit vielen irren Erlebnissen! Wir wünschen es euch von Herzen. Liebe Grüße aus Halle von HAK
Hallo Christian und Mandy,
man ist es erfrischend, Eure Reiseberichte zu lesen! Und eines vorweg – ihr seid nicht allein! Als Chris und ich in Indien waren (wohlbemerkt die längsten 6 Wochen meines Lebens!), haben wir das Ganze genauso grausam empfunden wie ihr. Als wir hinterher von super vielen Leuten gehört haben, wie toll doch Indien sei und wie klasse die Leute wären, dachte ich immer, wir waren einfach nur zu blöd. Aber zu hören, dass es Euch praktisch genauso geht wie uns damals, ist schon sehr beruhigend.
Aber Kopf hoch, man überlebt es, auch wenn es manchmal nicht so scheint!
Ich wünsch Euch noch viele Abenteuer und einen halbwegs ruhigen Magen.
Liebe Grüße,
Jana